Innenausstattung der Basilika St. Paulin

Innenansicht in St. Paulin
Innenansicht in St. Paulin
  • Der Chorraum

    Hochaltar sin St. Paulin - Blick von der Empore
    Hochaltar sin St. Paulin - Blick von der Empore

    Der Blick richtet sich auf den durch einen Lettner und ein schmiedeeisernes, vergoldetes Gitter abgeschlossenen Chor und erhebt sich an dem Säulenbaldachin des Hochaltares (Entwurf: Balthasar Neumann, 1745; Ausführung Hofbildhauer Ferdinand Tietz) zur Decke nach oben.

  • Chorgestühl in St. Paulin

    Chorgestühl in St. Paulin
    Chorgestühl in St. Paulin
  • Das Deckengemälde

    Deckengemälde St. Paulin

    Das riesige Deckengemälde – das größte des Rheinlandes – wurde im Jahr 1743 vom Augsburger Asamschüler Christoph Thomas Scheffler geschaffen. Die Fresken über dem Mittelschiff beschäftigen sich mit dem Martyrium und der Verherrlichung der Trierer  Märtyrer, während die Gemälde über dem Chorraum die Paulinusgeschichte erzählen.

  • Die Orgel

    Orgel St. Paulin
    Orgel St. Paulin

    Das den Raum künstlerisch mitbestimmende Orgelgehäuse wurde ebenfalls nach einem Entwurf von Balthasar Neumann von dem aus Orval (Belgien) stammenden Orgelbauer Nollet 1747 erbaut. Außerdem hat Balthasar Neumann das reich verzierte Chorgestühl entworfen, das von Tietz ausgeführt wurde.

  • Die Krypta

    Krypta in St. Paulin
    Krypta in St. Paulin

    Die Krypta unter dem Chorraum hat 1738 ihr heutiges Aussehen erhalten. Die heute sichtbaren Tumben in barocken Formen bergen die antiken Sarkophage. In der Paulinustumba befinden sich heute noch neben den Reliquien des heiligen Paulinus die Reste der Zedernholzlade, in der Bischof Felix die sterblichen Überreste des Heiligen um das Jahr 390 von Phrygien (heutige Türkei) nach Trier überführen ließ. Davor steht der Paulinusaltar, stellenweise farbig gefasst und vergoldet. Nach Entwürfen von Seitz hat Ferdinand Tietz zumindest die figürlichen Arbeiten ausgeführt.

  • Die Bischofskapelle

    Wie alle Gebäude in der näheren Umgebung unserer Pfarrkirche steht auch die Bischofskapelle auf geschichtsträchtigem Boden.

    Der unter Erzbischof Bruno (1102-24) wesentlich verkürzte, dreischiffig errichtete Neubau der Paulinuskirche wies an der Stelle der heutigen Bischofskapelle eine Sakristei mit spätantiken Mauerresten auf. Aus dieser Zeit sind die beiden ersten westlichen Joche zweigeschossig erhalten. Die Nordwand birgt noch den Zugang zum südlichen Seitenschiff der romanischen Basilika und, außen sichtbar, eine Konsole mit Rippenansatz des im 13. Jahrhundert eingezogenen Gewölbes. Die Ostwand wurde in späterer Zeit um ein weiteres Joch nach Osten verlegt und mehrmals verändert. Jetzt bildet eine neu gebaute Apsis den würdigen Abschluss in Erinnerung an die romanischen Vorgänger. Die Westwand ist bis auf verschiedene Durchbrüche und Vermauerungen noch im ursprünglichen Zustand. Als 1674 die romanische Kirche durch die Franzosen gesprengt wurde, blieb als einziger Gebäudeteil diese Sakristei erhalten.

    Im Auftrag des kunstsinnigen Erzbischofs und Kurfürsten Franz Georg von Schönborn (1729-56) schuf Balthasar Neumann die heutige Pfarrkirche in den Maßen des früheren Mittelschiffs der romanischen Kirche. In dem verbliebenen Zwischenraum an der Südseite errichtete er eine neue Sakristei mit einem Hof an der Ostseite. Der frei gewordene Raum der romanischen Sakristei, durch Zwischenwände und Einbauten verschandelt, diente seitdem verschiedenen Zwecken, zuletzt als Küsterwohnung und Archiv. Erst die Einrichtung einer sakralen Stätte im Erdgeschoss gibt ihm seine ehemalige Bedeutung und Würde zurück.

    Der schon erwähnte Hof – Ostteil des früheren südlichen Seitenschiffs – erwies sich als Begräbnisstätte von frühchristlicher Zeit bis ins Mittelalter. Dicht an dicht standen hier Sarkophage, die seit dem 19. Jahrhundert bei verschiedenen Bauvorhaben entdeckt wurden. Der bisher wichtigste Fund ist der Sarkophag des Erzbischofs Bertolf, der auf Grund von Hinweisen des damaligen Küsters Engelbert Gießen durch Friedrich Kutzbach am 6. September 1911 freigelegt wurde. Der Steinsarg war bis dahin vermauert, vergessen und ist nur in einer Nachricht von Brower erwähnt, der ihn im 17. Jahrhundert noch in der Südwand der romanischen Basilika gesehen hat. Kutzbach fand ihn in einer Bogennische mit einem in drei Lagen erhaltenen Verputz auf dem originalen Estrich stehend vor. Kurz nach der Freilegung im Oktober wurde im Beisein von Pfarrer Lorscheid der Sarkophag durch zwei Maurer geöffnet. Dabei stellte man fest, dass er zuvor bereits zweimal aufgebrochen und beraubt worden war. Der Sarkophag wurde wieder geschlossen und am ursprünglichen Platz in der südwestlichen Hofecke teilweise eingemauert, wo er seitdem fast unbeachtet stand.

    Vor der jetzigen Neuaufstellung wurde der Sarkophag wiederum geöffnet, da er restauriert werden musste. Man traf auf den gleichen Befund wie vor 60 Jahren und fand außerdem ein Bleitäfelchen, das 1911 anscheinend übersehen worden war. Es trägt eingeritzt die Inschrift:


    + BERTOLFVS TOTIVS GALLILAE METROPOLITANVS // OBIIT IIII ID FEBR.

    „Bertolf, Metropolit von ganz Gallien, gestorben am 10. Febr. 883“


    Die Gebeinreste des Erzbischofs Bertolf, der von 869 an in einer schweren Zeit Oberhirte der trierischen Metropole war und 883 starb, wurden in einem Kästchen wieder im Sarkophag beigesetzt. Die auf dem Deckel befindliche Inschrift stammt aus dem 12. Jahrhundert.

    Für die neue Kapelle ist der Sarkophag, das nachweislich älteste erhaltene Trierer Bischofsgrab, jetzt eine Bereicherung, nahe der Aufstellung im 12. Jahrhundert, ein Platz, den Fr. Kutzbach ihm 1911 schon wünschte und der ihm erst in unseren Tagen wieder zuteil wurde.

    Die Neueinrichtung als Beicht- und Werktagskapelle ist ein Beweis für den Willen der Pauliner Pfarrgemeinde, in Ehrfurcht vor der Überlieferung das altchristliche und mittelalterliche Erbe zu erhalten und neu zu beleben.

    Da viele Bischöfe in St. Paulin begraben sind, lag der Gedanke nicht fern, die Kapelle dem Gedächtnis dieser Bischöfe zu weihen. Der Maler Jakob Schwarzkopf, Trier, hat sie alle in den Gewölbehimmel gemalt. Damit sind wir Pauliner der Aufforderung nachgekommen:

    Gedenket eurer Vorsteher!